
Ein Blick hinter die Kulissen: Hypnose unterrichten an der APAMED
Publiziert am 1. November 2026
Was passiert eigentlich, wenn ich nicht gerade für care4blue unterwegs bin?
Ein Teil meiner Tätigkeit bei der Saios GmbH, zu der auch care4blue gehört, führt mich regelmässig ins Klassenzimmer. Ich unterrichte sowohl bei Saios als auch an der APAMED Fachschule in Jona angehende Hypnosetherapeutinnen und Hypnosetherapeuten. Nächste Woche steht an der APAMED wieder das fünftägige Modul 1 – Grundlagen der Hypnosetherapie auf dem Programm.
Doch was passiert eigentlich während einer solchen Ausbildungswoche?
Fünf Tage voller Wissen, Erfahrungen und Aha-Momente
Wir beginnen ganz am Anfang: Was ist Hypnose überhaupt? Was unterscheidet Hypnose von Trance? Was passiert dabei in unserem Gehirn? Und weshalb hat Hypnose eigentlich so wenig mit dem zu tun, was wir aus Bühnenshows oder Filmen kennen?
Neben einem Einblick in die Geschichte der Hypnose beschäftigen wir uns mit der Wahrnehmung, dem Unterbewusstsein und verschiedenen Trancephänomenen. Dabei werden auch einige weitverbreitete Mythen aus dem Weg geräumt.
Doch bei der Theorie bleibt es nicht lange.
Denn Hypnose lernt man nicht allein durch Zuhören. Man darf sie erleben!
Bereits früh beginnen die Teilnehmenden, miteinander zu üben. Sie lernen verschiedene Möglichkeiten kennen, eine Hypnose einzuleiten, zu vertiefen und wieder zu beenden. Dabei sammeln sie Erfahrungen sowohl in der Rolle der begleitenden als auch der hypnotisierten Person.
Worte können mehr, als wir denken
Ein weiterer Schwerpunkt ist die hypnotische Sprache. Wie beeinflussen Worte unsere Vorstellungen? Weshalb macht es einen Unterschied, ob wir etwas direkt oder indirekt formulieren? Und wie können wir Menschen mit Sprache unterstützen, ohne ihnen etwas vorzugeben?
Wir beschäftigen uns mit Suggestionen, inneren Bildern, unseren fünf Sinneskanälen (VAKOG), ideomotorischen Reaktionen und der Selbsthypnose.
Die Teilnehmenden entdecken dabei auch, wie unterschiedlich Menschen auf Sprache, Bilder und Vorstellungen reagieren können.
Der Mensch ist mehr als sein Problem
Im weiteren Verlauf der Woche widmen wir uns der Hypnosystemik. Dabei betrachten wir den Menschen nicht isoliert, sondern auch in seinem Umfeld, seinen Beziehungen und seinen unterschiedlichen Rollen.
Wir arbeiten mit inneren Anteilen, sogenannten Ego-States, mit Metaphern, Perspektivenwechseln und lösungsorientierten Fragetechniken.
Auch Resilienz, persönliche Stärken und Ressourcen spielen eine wichtige Rolle. Denn manchmal geht es nicht darum, noch länger auf ein Problem zu schauen, sondern herauszufinden, was bereits funktioniert und worauf ein Mensch aufbauen kann.
Zum Abschluss beschäftigen wir uns unter anderem mit Glaubenssätzen, Reframing – also dem bewussten Wechsel der Perspektive – und dem möglichen Aufbau einer Hypnosesitzung.
Und wie sieht mein Unterrichtsalltag aus?
Flipcharts vorbereiten, Fragen beantworten, Methoden erklären, Übungen anleiten, beobachten, Rückmeldungen geben und zwischendurch auch einmal improvisieren.
Mein Unterricht ist eine Mischung aus Wissensvermittlung, praktischen Übungen, Austausch, eigenen Erfahrungen und natürlich auch einer guten Portion Humor.
Dabei gilt: Nicht nur zuhören, sondern ausprobieren!
Die Teilnehmenden erhalten theoretische Grundlagen, konkrete Methoden und zahlreiche Gelegenheiten, das Gelernte selbst anzuwenden. Sie dürfen Fragen stellen, Fehler machen, Neues entdecken und ihre eigenen Erfahrungen sammeln.
Was mich daran besonders begeistert? Zu erleben, wie aus anfänglicher Neugier zunehmend Verständnis, Sicherheit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entstehen.
Denn Hypnose ist weit mehr als Entspannung. Sie kann Menschen unter anderem dabei unterstützen, ihre Aufmerksamkeit bewusst zu lenken, persönliche Ressourcen zu stärken, neue Perspektiven zu entwickeln und Veränderungsprozesse zu begleiten.
Und genau das macht für mich die Arbeit so spannend – ob im Unterricht bei der APAMED, bei Saios oder im Rahmen von care4blue.
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